Die Mensa in Corona-Zeiten zwischen Untergang und Hoffnung

Unsere Mensa gibt es noch! Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Es wird wohl alles anders und doch nicht besser.

Corona. Lockdown. Alles Begriffe, bei denen Marcel, unser Mensachef, Gänsehaut bekommt. Keine Einnahmen über Wochen und Monate. Praktisch null. Erst als der Schulbetrieb wieder langsam Fahrt aufnahm, gab es zumindest ein wenig Umsatz – aber bei Weitem nicht so viel wie in normalen Zeiten. Zwar musste ein Mitarbeiter abgemeldet werden (der jetzt so oder so nicht mehr da ist), aber sonst geht es wieder bergauf. Mit einem blauen Auge davongekommen, würde man sagen. Denn während Corona hat unser Mensateam von vorher verdientem Geld und von Staatshilfe gelebt. Auch das ist Deutschland in Krisenzeiten: sozial, hilfsbereit.

Aufgeben war für Küchenchef Marcel nie eine Option. Denn es macht allen Spaß, es war ein positiver Start, als er vor gut zwei Jahren das Ruder an der Realschule im Blauen Land übernommen hat und noch reicht das Geld. Und sie werden, solange es die Reserven zulassen, auch nie aufhören. Also keine Angst: Ihr müsst mittags nicht auf ein leckeres Menü verzichten und schon gar nicht auf die vorzügliche Leberkässsemmel.

Abstand!

Preisgarantie vom Chef: “Wir verlangen keine Unsummen”

Bei aller positiver Stimmung: Es gibt auch nach wie vor einige Probleme. So schnell können und werden wir nicht in den Regelbetrieb übergehen können. Für Schüler heißt das: keine überfüllte Mensa, keine dicht gedrängte Warteschlange, kein Lehrer, der ständig Disziplin verlangt.
Es gibt nicht nur weniger Pausen und das Essen kann nicht mehr so gut einkalkuliert werden. Nein, man muss sich jetzt auch noch an die Hygiene -Vorschriften halten. Um das zu gewährleisten, reicht einfach nicht nur ein Mitarbeiter. Man braucht zwei. Und zwar einen für das Geld und einen für das Essen. Es hat aber auch einen Vorteil: “Das ganze Prozedere macht nicht mehr so viel Stress”, meint Marcel. Denn durch die Ordung (jeder Schüler muss die Mensa in der Pause beispielsweise gleich verlassen und in der Schlange 1,5 Meter Abstand halten) kann man viel leichter bedienen.

Kurz gesagt: Der einzige Nachteil überhaupt ist, dass die “Leberkassämme” (Leberkäsesemmel) teurer geworden ist (2 Euro!), da die Metzger durch Covid 19 ihre Preise angehoben haben. Zu befürchten haben wir aber nichts, wie Marcel klarstellt: “Wir werden die Preiserhöhungen immer moderat an die Kunden, also unsere Schüler, weitergeben, und keine Unsummen verlangen.”

Um den Mindestabstand beim Essen einzuhalten wurden die Bänke umgestellt.

Qualität bleibt, Erweiterung kommt

Auch wenn es zur Zeit keine Selbstbedienung mehr gibt und die Preise ein bisschen ansteigen, wird das Essen immer in der gewohnten Qualität geliefert. Was man auch nicht vergessen sollte: Die eigentlichen Helden der Mensa sind unsere Hausmeister. Denn die haben sich um die gesamte Hygiene in der Mensa gekümmert.

Etwa die Hälfte der Plätze gibt es noch in der Mensa.

Was einige vielleicht noch nicht wissen, ist, dass Marcel jetzt stolzer Betreiber zweiter Mensen ist – und zwar unserer Mensa und der vom Gymnasium in Murnau.
Das alles nur, weil das Gymnasium nicht mehr mit ihrem Mensabetreiber zufrieden war und Marcel sich dann darauf beworben und die Mensa schlussendlich übernommen hat. Es gibt jetzt also bis auf die Straßenseite keinen Unterschied mehr in den Mensen.

(Lukas Leimböck, www.worldphotographie.de)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.