Bundesliga-Neustart im Mai: verantwortungslos oder einzige Lösung?

Alle Fußball-Fans (nicht unbedingt alle – siehe weiter unten) warten darauf. Sie warten auf den Start der Fußball-Bundesliga. Na ja, mal ehrlich, ein Wochenende ohne Fußball ist kein Wochenende, oder? Unter den Bedingungen von Maskenpflicht und mehreren Covid-19 Tests am Spieltag gab es Gerüchte über einen Start am 9. Mai. Doch ist da was dran?

So weh es auch tut. Diese Gerüchte stimmen leider nicht. Spiele am 9. Mai, vor allem mit Masken sind zur Zeit nicht vorstellbar. Doch es gibt Spekulationen um einen möglichen Bundesliga-Start am 23. Mai. Auf diesen könnten sich die Spieler im Training vielleicht vorbereiten. Denn zur Zeit ist normales Training nicht möglich. “Das Training in Kleingruppen ist selbstverständlich anspruchsvoll, aber die Zweikämpfe, das räumliche Abstimmen als Gruppe auf dem Platz, das fehlt komplett”, wie Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann in der Zeitschrift Kicker berichtet. Wir haben euch eine Pro- und Kontraliste für den möglichen Start am 23. Mai erstellt.

Pro: Endlich wieder Bundesliga!

  • Einnahmen durch TV-Gelder (wichtig für die Vereine, denen das Geld ausgeht und für Aktiengesellschaften wie z.B. Borussia Dortmund)
  • Fans können ihrem Verein wieder zujubeln und mitfiebern (wenn auch im Abstand zu Hause auf der Couch vor der Glotze)
  • Sportzeitschriften könnten wieder besser und mehr verkaufen
  • Sportfaktor: Es gäbe einen gerechten Deutschen Meister
  • Verletzte Spieler sind am 23. Mai eventuell wieder genesen
  • Schritt in Normalität für alle

Kontra: Fußball? Es gibt Wichtigeres!

  • Fatale Vorbildfunktion: Kinder und Jugendliche werden dazu verlockt, wieder mit Freunden am Sportplatz Fußball zu spielen.
  • Möglicherweise unfair, da viele Mannschaften nicht intensiv genug trainieren konnten und was passiert, wenn ein Spieler in einem Team positiv getestet wird? Geht dann die gesamte Mannschaft in Quarantäne?
  • Fehlende Gleichberechtigung gegenüber anderen Sportarten, die ihre Spielzeiten bereits abgebrochen haben. (Handball oder Eishockey)
  • Es gäbe höchstwahrscheinlich mehrere Spiele pro Woche und das Ansteckungsrisiko würde steigen
  • Geisterspiele? Fußball ohne Fans ist nicht einmal die Hälfte wert!
  • Risiko: Fanansammlungen vor den Stadien

Einwurf: Verantwortungsvoller Start mit fadem Beigeschmack!

Wir sind der Meinung, dass die Bundesliga wieder starten sollte, aber nur soweit dies gesundheitlich mit Fairness und Gleichberechtigung in Ordnung geht. So schön und wunderbar Fußball auch ist, geht die Gesundheit weiter vor. Wenn man auf Fußballspiele verzichtet, um nur ein Menschenleben zu retten, dann sollte uns es uns das wert sein. Ein fader Beigeschmack bleibt aber trotzdem. Dass jetzt die Vereine der Fußball-Bundesliga, die erst im Januar/Februar neue Rekordzahlen in Sachen Umsätze und Gewinne präsentierten und sogar das Eigenkapital teilweise auf 47 Prozent aufstocken konnten, nach nur zwei Monaten fast pleite sind und ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen bzw. in Kurzarbeit schicken, ist schon ein starkes Stück. Wurden die Bilanzen geschönt? Wann endlich hört man auf, im Fußball völlig überzogene Gehälter zu zahlen. 1,2 Millionen Euro pro Jahr verdient ein Spieler in der ersten Bundesliga im Durchschnitt! Von einem Armenhaus kann hier kaum die Rede sein. 56 000 Jobs hängen an der Bundesliga. Das ist viel, aber eben nicht systemrelevant. Sollte sich jedoch die Möglichkeit ergeben, wieder Fußballspiele ohne Gefährdung von Personen und ohne Masken sehen zu können, würden sich, glauben wir, natürlich alle Fußballfans freuen. Einige Fans sind aber nach wie vor skeptisch und kritisieren dabei nicht nur das aktuelle Geschehen rund um Corona sondern das Geschäftsmodell des Fußballs allgemein.

Zusammenfassendes Video zum geplanten Neustart der Fußball-Bundesliga

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