Nimmt die Gewalt überhand?

Halle ist eine mittelgroße Stadt. Halle liegt in Sachsen-Anhalt. Und Halle war in der vergangenen Woche das Thema Nummer eins in Deutschland. Stephan Balliet (Täter) versuchte mit selbstgebauten Waffen in eine Synagoge einzudringen und möglichst viele Menschen zu erschießen. Er ist einer von vielen Judenhassern (dies nennt man Antisemitismus). Antisemiten haben negative Einstellung, Vorurteile gegen Juden. Balliet plante diesen Anschlag seit dem Frühsommer.

Pure Mordlust – der Anschlag im Detail

An Tag des Anschlags versammelten sich viele Juden in der Synagoge, denn es war deren wichtigster Feiertag (Jom Kippur = Versöhnungstag). Das kam Stephan gerade recht, so konnte er viele Juden an einem Ort töten. Zum Glück war die Synagoge gut überwacht, so konnte er diese Tat nicht ausführen. Der Täter wurde dadurch sehr wütend und erschoss vor der Synagoge eine 40-jährige Frau. Vor seiner Tat sprach ihn die Frau wegen seines kritischen Verhaltens mehrmals an. Sie hielt die Sprengsätze für Silvesterböller, die er in seinem Auto gelagert hatte. Der Töter schoss mehrere Male auf Jana L. ein. Pure Wut und Mordlust. Ein paar Straßen weiter war ein Schnellimbiss, dort machte Kevin S. gerade seine Mittagspause, als er von Stephan angeschossen wurde. Zunächst konnte er fliehen und versteckte sich im Imbissladen, wo er jedoch aufgespürt wurde und mit weiteren Schüssen getötet wurde. Vor Ort gab der Täter noch zwei weitere Schüsse auf ein Ehepaar ab, die er jedoch verfehlte. In Wiedersdorf stahl er ein Taxi, die Insassen setzten sich zu wehr und wurden dabei schwer verletzt. Der Mörder wurde am Mittwoch festgenommen.

Täter filmt seine Taten

Der mutmaßliche Rechtsterrorist Stephan Balliet hatte seine Taten mit einer Helmkamera gefilmt und live über die Plattform “Twitch” gestreamt und wollte hierbei weitere Nachahmer zu Anschlägen annimieren. Stephan Balliet hatte am 11.Oktober 2019 ein mehrstündiges Gespräch mit dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs, in dem er aussagte, dass er den Anschlag auf die Synagoge geplant hatte und er Antisemit sei. Der Täter befindet sich in Untersuchungshaft. Ihm wurde ein Haftbefehl erteilt gegen zweifacher Mord und siebenfachem Mordversuch.

“Enttäuschung ist oft Auslöser von Rassismus”

Kurz nach der Tag führten wir ein Interview mit Herrn Bräu, der als Sozialkundelehrer auch aktuelle Ereignisse thematisiert.

“Dieser Anschlag ist auf äußerste zu verurteilen. Das ist Gewalt gegen andere Menschen, in diesem Fall Menschen, die einen anderen Glauben haben und es rassistische/antisemitische Hintergründe hat. Ich glaube, dass es bei diesem Anschlag in Halle kein Einzeltäter war, sondern noch andere Komplizen gibt. (…) Im Grunde ist der Auslöser dieser Gewalt Enttäuschung und purer Hass. Es geht nicht immer alles gleich von Rassismus aus, sondern eher von dieser Enttäuschung und dem Lebensmodell, was diese Täter haben. Daraus entwickelt sich Rassismus und die Abwertung anderer Menschen. In dem Fall beim Anschlag in Halle ist es Antisemitismus (der Hass gegen Juden). Deswegen ist es auch wichtig, Rassismus und Antisemitismus in der Schule zu behandeln (…). Rassismus kann man nicht so stehen lassen, es ist die Abwertung anderer Menschen wegen Eigenschaften, für die sie überhaupt nichts können, z.B. die Hautfarbe, der Glauben etc.”

2 Antworten

  1. Lukas Leimböck sagt:

    cooler Artikel
    Hallo Herr Bräu

  2. Vivian Groß sagt:

    Sehr guter Beitrag!

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