“Man kann keinen zur Wahl zwingen” – Interview zur U18-Wahl mit Frau Riederer

von Nick Geiger

Franziska Riederer ist die Sozialpädagogin an der Realschule Murnau und auch diejenige, die dafür verantwortlich ist, dass unsere Schule bei den U18-Wahlen überhaupt ein offizieller Wahlstandort geworden ist. Im Interview steht sie uns Rede und Antwort zur U18-Wahl und verrät ein paar interessante Hintergrundinformationen.

bib-murnau.de: Frau Riederer, wie sind sie auf die Idee gekommen, die U18-Wahl an unserer Schule abzuhalten?
Fr. Riederer: Die Wahlen finden in ganz Deutschland statt. Angeregt hat sie bei uns im Landkreis die kommunale Jugendarbeit. Im ganzen Landkreis gibt es zehn offizielle Wahllokale. Zwei davon wurden in Murnau eingerichtet. Eines im Jugendzentrum “Erlhaus” und eines bei uns an der Realschule in Murnau.
bib-murnau.de: Warum sind sie der Meinung, dass unsere Schüler genau die Richtigen für die U18-Wahl sind?
Fr. Riederer: Grundsätzlich sind alle Minderjährigen “die Richtigen” dafür. Aber gerade die Schule eignet sich für so eine Wahl, weil man sich hier mit so Begriffen wie “Demokratie” und “Wahlen” auseinandersetzen sollte.
bib-murnau.de: Ist die Wahl hier an der Schule verpflichtend?
Fr. Riederer: In einer demokratischen Wahl wie der U18-Wahl wird jeder dazu aufgefordert. Zwingen kann man aber keinen. Wer nicht wählen will, muss auch nicht. 
bib-murnau.de: Findet dieses Projekt im Vorfeld der nächsten Bundestagswahl wieder statt oder ist das ein einmalige Ereignis?
Fr. Riederer: Die U18-Wahlen gibt es schon seit 1996. Sie sind also schon traditionell und werden auch 2021 wieder stattfinden. 
bib-murnau.de: In einigen Bundesländern gibt es Fördergelder, mit denen die Wahllokale finanziert werden. Wie werden denn bei uns die Wahllokale finanziert?
Fr. Riederer: Viel Material zur Vorbereitung oder auch die Stimmzettel werden vom Bundesjugendring bereitgestellt. Ansonsten braucht man für eine Wahl nicht viel. Die Wahlurnen wurden uns von der Marktgemeinde Murnau zur Verfügung gestellt. 
bib-murnau.de: Meinen Sie, dass diese U18-Wahl mehr Kinder dazu motiviert, sich politisch zu engagieren oder sich dafür zu interessieren?
Fr. Riederer: Ich hoffe es und glaube es. Die Schüler haben immerhin die Möglichkeit ihre Meinung in die Politik einbringen. Das könnte motivieren. 
bib-murnau.de: Hier an der Realschule im Blauen Land werden die Schüler auf die Wahl altersgerecht vorbereitet. Wie unterscheidet sich die Vorbereitung für einen Schüler aus der 5. Jahrgangsstufe von der aus einer 10. Jahrgangsstufe?
Fr. Riederer: Wie bei allen Themen in der Schule haben Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen ein unterschiedliches Vorwissen. Hier setzt man unterschiedlich an. Manche wissen schon, was der Bundestag ist, manche eben noch nicht. 
bib-murnau.de: Nehmen die Schüler durch die Wahl ihre Entscheidung bewusster wahr?
Fr. Riederer: Das ist sicherlich eines der Ziele. Die Schüler sollen lernen, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Dazu vergleichen sie Parteien und deren Programme und wägen dann in der Wahlurne oder im Vorfeld ab, was sie persönlich wählen wollen. 
bib-murnau.de: Vielen Dank Frau Riederer, dass sie sich für unsere Fragen Zeit genommen haben.

Frau Riederer (Hintergrund) mit Wahlhelfern am Tag der U18-Wahl an der Realschule in Murnau

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