“Sitzenbleiben war das Beste, was mir passieren konnte” – Interview mit Frau Hofmann

von Sophie Linbrunner

Sie ist zwar nicht neu an der Schule, hat aber eine kleine Pause hinter sich, bevor sie im Halbjahr wieder anfing, an der Realschule Murnau zu unterrichten. Fr. Hofmann stand uns im Interview Rede und Antwort.

bib-murnau.de: Liebe Frau Hofmann, was halten sie von Hausaufgaben?
Fr. Hofmann: Hausaufgaben halte ich für notwendig, da sie einfach eine zusätzliche Übung zu dem sind, was man im Unterricht durchgenommen hat. Das heißt, man sollte es zumindest mal probieren.

bib-murnau.de: Wie finden Sie es, wenn man bei dreimaligem Vergessen der Hausaufgaben nachsitzen muss?
Fr. Hofmann: Man muss euch auch mal zum Glück verhelfen (lacht).

bib-murnau.de: Seit wann sind sie Lehrerin an der RS Murnau?
Fr. Hofmann: Seitdem diese Schule existiert. Also von der ersten Stunde an. Die jetzigen 10. Klassen habe ich als Fünftklässler erlebt.

bib-murnau.de: Aus welchen Gründen sind sie auf diese Schule gekommen?
Fr. Hofmann: Herr Havelka hat mich gefragt, ob ich mithelfen will, die Schule aufzubauen. Das war für mich eine positive Herausforderung, die ich annehmen wollte. Ich habe halbtags in Penzberg und Murnau gearbeitet, dann habe ich mich aber für Murnau entschieden, auch weil wir hier wohnen.

bib-murnau.de: Welche Fächer unterrichten Sie?
Fr. Hofmann: Englisch und Französisch.

bib-murnau.de: Warum ausgerechnet zwei Sprachen?
Fr. Hofmann: Französisch war in meinen Augen schon immer eine sehr schöne Sprache. Ich habe es auch in der Schule unheimlich gern gelernt. Englisch habe ich studiert, weil ich nach dem Abitur ein Jahr in Amerika gewesen bin. Da war das Selbstbewusstsein natürlich groß.

bib-murnau.de: Der zweite Bauabschnitt unserer Schule ist gerade fertiggestellt worden. Wie finden Sie das “vollständige” Schulgebäude in Murnau?
Fr. Hofmann: Ich finde, es ist gut geworden, auch wenn ich es persönlich anders gestaltet hätte. Vielleicht etwas farbenfroher. Aber was nicht ist, kommt vielleicht noch. Wichtig ist nur, dass ihr Schüler das Gebäude gut findet und euch wohlfühlt.

bib-murnau.de: Welches Fach haben Sie als Schülerin am meisten gehasst?
Fr. Hofmann: Mathe, Chemie, Latein, Physik. (lacht)

bib-murnau.de: Das wird Herrn Kobschätzky (Anm.: Physiklehrer an der RS Murnau) aber nicht gefallen. 
Fr. Hofmann: Ach, das weiß er schon längst. (lacht)

bib-murnau.de: Sind Sie als Schülerin auch mal “durchgefallen” und mussten eine Ehrenrunde drehen?
Fr. Hofmann: Ja, das war das Beste, was mir passieren konnte. Das war damals in der 10. Jahrgangsstufe. Mir hat es in der Persönlichkeitsentwicklung gut getan und auch aus schulischer Sicht. Meine Eltern haben mich da aber auch ins Verderben laufen lassen.

bib-murnau.de: Wieso waren sie ein Jahr lang weg?
Fr. Hofmann: Ich habe ein Kind bekommen und musste deswegen eine kleine Pause einlegen. Unser Sohn wird jetzt dann zwei Jahre.

bib-murnau.de: Während ihrer Abstinenz sind neue Lehrer an die Schule gekommen. Haben Sie schon alle kennengelernt?
Fr. Hofmann: Gerade unter Kollegen hat man nochmal ein ganz anderes Bild von den Lehrern, als ihr sie als Schüler wahrnehmt. Es gibt immer wieder Situationen, in denen Schüler über Kolleginnen und Kollegen schimpfen, wobei ich mir dann denke: Das kann nicht sein. Den habe ich ganz anders kennengelernt. Nachdem ich so lange weg war, hatte ich aber noch nicht die Gelegenheit, jeden so richtig gut kennenzulernen.

bib-murnau.de: Die Hauptaufgabe von Lehrern ist, Unterricht zu halten. Wie sieht ihr Unterricht aus? Welche Schwerpunkte legen Sie?
Fr. Hofmann: Man soll immer viel Gruppenarbeit machen und schülerzentriert arbeiten, aber es gibt eben auch Klassen, mit denen geht das nicht (schmunzelt). Grundsätzlich muss man auch ehrlich sein: Es lässt auch gerne die Motivation nach, wenn man merkt, dass alles, was man vorbereitet hat, “für die Katz” ist.

bib-murnau.de: Besitzen Sie Haustiere?
Fr. Hofmann: Meine Standardantwort in der 5. Klasse ist immer: Ich habe Wollmäuse und die Leben unter dem Sofa (lacht). Ich habe nicht vor, mir Haustiere anzuschaffen. Es schränkt einen zu sehr ein, wenn man beispielsweise in den Urlaub fahren möchte.

bib-murnau.de: Sie haben aber sicher eine Lieblingsfarbe.
Fr. Hofmann: Nein, keine. Ich stehe einfach nur auf Farben. Vieles ist mir einfach zu trist. Es muss knallig sein: Rot, Pink, grelles Grün.

bib-murnau: Machen sie Sportarten?
Fr. Hofmann: Ich habe Ballett getanzt und geturnt, war Fußball spielen und dank meinem Mann surfe ich. Außerdem zwingt mich mein Sohn dazu, Skateboard zu fahren.

bib-murnau: Frau Hofmann, wir danken Ihnen für dieses Interview.

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